Tagebuch 3D-Visualisierung
Wie ich meine eigenen Gedanken 3D-visualisiert habe
Wie ich die Gedanken festhalte
Das Problem: den Kopf zu voll und die Welt zu schnell
Ein großer Vorteil unserer modernen Welt ist, dass man in der Tech-Branche sehr auf seine Kosten kommt, wenn man Neues erleben will. In den sozialen Medien ist das auf die Spitze getrieben - die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne beträgt mindestens dort nur annähernd 8 Sekunden.
Im Beruf hat man (naturgemäß) ständig 10 Dinge gleichzeitig auf dem Bildschirm. Und das sind lediglich die, die morgen fertig sein müssen. Insbesondere in der Unternehmensberatung, in der die ständige Belastbarkeit eine unausgesprochene Grundvoraussetzung ist.
Wir denken täglich über extrem viele Dinge nach. Sehr viele Gedanken und Ideen bleiben dabei auf der Strecke: gerade noch einen guten Einfall gehabt oder eine neue Erkenntnis, und schon wieder vorbei. Vertrieben und verdrängt.
Dabei helfen uns Gedanken, Erkenntnisse und neue Ideen weiter wie sonst kaum etwas: sie sind die Basis für Fortschritt, Innovation und letztendlich das, was uns als Menschen mit auszeichnet und auch besonders macht.
Ich wollte den Versuch wagen, meine Gedanken festzuhalten. Und entwickelt hat sich die folgende Lösung. ▼
Einfach nur festhalten: in Audio-Memos aufheben
Wir haben selten ein Blatt Papier zur Hand, wenn wir einen flüchtigen, aber wirklich guten Gedanken haben. Insbesondere dann nicht, wenn wir unterwegs sind.
Was wir dabei haben, sind unsere Handys. Oft halten wir sie in diesem Moment sogar in der Hand. Und verfügbar haben wir unsere Stimme - als den effizientesten Kommunikationskanal, wenn es um nach außen gerichtete Signale geht.
Wann auch immer ich einen Gedanken hatte, nahm ich ihn auf. Falls noch nicht geschehen, entsperrte ich mein Handy, öffnete den Rekorder und nahm meine Idee auf. Anschließend vergab ich einen Namen und speicherte die Datei. 📁
Die Inhalten waren also gespeichert, jederzeit anhörbar. Schnell kam ich aber auf eine noch bessere Lösung.
Serialisierung: diktieren und in Notion-Seiten speichern
Anhören passt nicht mehr in die Zeit: wir verlangen nach Informationen, einer Menge an Informationen, und am besten optischer Natur.
Die allermeisten modernen Smartphones haben direkt in die Tastaturen eine Diktatfunktion integriert. Das Google Keyboard unter Android hat inzwischen auch eine gute Qualität erreicht, was die Texterkennung angeht. (Zumindest, was Hochdeutsch - zur Not auch mit leichter bayerischer oder schwäbischer Färbung 🙃 - angeht.)
Nachdem ich beruflich und privat Notion schon sehr viel nutzte, war der Sprung nicht weit: einfach mal einen Gedanken als Notiz diktieren. Und eine grobe Beschreibung als den Titel vergeben.
Es wird ernst: Datenbank mit Tags
In Notion kann man Seiten durchsuchen, Seiten sortiert anzeigen lassen und eingeschränkt filtern. Im Gegensatz dazu stehen meine Gedanken: sie drehen sich um viele Themen. Hauptberuflich, nebenberuflich, neue Produktideen und Planung im Privatleben sind nur die wichtigsten Kategorien. Ich vergab jeder Seite einen oder mehrere Tags.
Parallel dazu machte ich jederzeit bei jedem wichtigen und weiterführenden Gedanken einen Eintrag und speicherte ihn.
Gleichzeitig überführte ich Aufzeichnungen und Dokumente von früher in die Datenbank. Die Datenbasis wuchs.
In den Kopf eintauchen: Gedanken in 3D
Abendessen mit Freunden bringen neue Ideen. Ein Gespräch über APIs führte schlussendlich zum Gedanken, eine eigene Visualisierung für die Gedanken zu bauen. An dieser Stelle großer Dank an Philipp Reiner für die inspirierenden Gespräche mit dir!
AI-gestützte Entwicklung und die Motivation zu dieser Idee ermöglichte anschließend zu Hause immense Geschwindigkeiten in der Entwicklung. Die API-Doku wurde via Cursor indexiert und im Frontend (einer VueJS-App) abgefragt. Bald waren meine Gedanken in meiner eigenen App visualisiert 🔥
Gute Erfahrungen aus früheren Projekten ließen mich THREE.JS nutzen. Dank Claude und ebenfalls indexierter Dokumentation war die Scene auch extrem schnell (ca. 2h) entwickelt.
Weiter Stunden flossen in Designverbesserungen und ließen die Lösung mit jeder Minute ein Stück besser aussehen.
Irgendwann war es so weit: ich konnte über meinen Webbrowser in meine eigenen Gedanken eintauchen. Mit der Maus und der Tastatur steuerte ich durch den Orbit, dessen Zentrum eine Partikelwolke mit Karten darin war, auf denen meine Gedanken standen.
Ein großartiges Gefühl 😊
Meine Lösung teilen
Ich will meine Gedanken nicht derart ungefiltert öffentlich machen. Ich habe deswegen einige Minuten in das Verpixeln investiert. Sowohl Bild als auch Video (siehe unten) kann ich nun guten Gewissens teilen.
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Ein Blick in die Kristall-/Partikelkugel
Das Projekt zeigte, wie schnell Projekte mit AI inzwischen umgesetzt werden können, ein weiterer Beweis aus der Praxis, der insbesondere Asan Stefanski und Boris Friedrich bestätigen wird.
Unsere Aufgabe als Menschen wird die Anweisung (Prompting) und Überwachung der Ergebnisse sein. Wir führen die Enden zusammen. In diesem Fall sogar die losen Enden meiner Gedanken 🙂
Natürlich ist das Backlog bei so einem Projekt niemals leer und auch jetzt schon mit großartigen Ideen gefüllt. Die aktuellen Favoriten sind:
  • Entwicklung als VR-Anwendung
  • Darstellung als Hologramm im Raum
  • Berührungslose Gesten-Steuerung für deutlich mehr Immersion

by Bernd Mayinger

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